Über uns

Liebe Interessierte,

das politische Selbstverständnis der Revolutionären Initiative Ruhrgebiet (RIR) ergibt sich aus unseren Veröffentlichungen. In unserer Einschätzung „Zur politischen Lage und unseren Aufgaben“ kommen wir zu dem Schluss, dass zur Zeit die allgemeine politische Entwicklung in der BRD für die ArbeiterInnenklasse und besonders für die revolutionäre Linke nicht gerade günstig ist. Die anregende Diskussion über die Krise des Kapitalismus, die nach 2007 in aller Öffentlichkeit geführt wurde, ist einer rassistischen Debatte über „Armutsflüchtlinge“ gewichen (unser Flyer: „Alles redet über „Armutsflüchtlinge“, keiner über die sechs reichsten Duisburger!“). In diesem Zusammenhang sehen wir in dem Aufkommen der rechten Partei AfD eine große Gefahr, die das politische Klima in der BRD weiter nach rechts rücken kann (Flyer Das Ergebnis der Bundestagswahl in Duisburg. Durchbruch für die Rechten?). Als MarxistInnen ist für uns der positive Bezug auf die ArbeiterInnenklasse grundlegend (s. „was tun“ bei ThyssenKrupp). Gegen die Schließung von Opel in Bochum hatten wir zwar von Anfang an nicht auf den Betriebsrat und die IG Metall gesetzt. Aber die bis heute andauernde, unerwartete Passivität der KollegInnen, der Vertrauensleute und des Betriebsrates im angeblich „kampfstärksten Betrieb der BRD“ hatte uns doch etwas verblüfft (Diskussionsbeitrag Warum kein Kampf bei Opel Bochum?). Obwohl wir vor allem im Raum Duisburg aktiv sind, nennen wir uns Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet. Denn für uns ist das Ruhrgebiet eine einzige Metropole, in der Städte wie Duisburg, Bochum oder Dortmund nur einzelne Stadtteile sind. Von daher steht für uns die bedrohliche Lage z.B. bei Thyssen-Krupp in Duisburg, Opel in Bochum und Hochtief in Essen in einem engen Zusammenhang (unsere Broschüre „ThyssenKrupp in der Existenzkrise? Opel Bochum vor dem „Aus“? Hochtief vor der Zerschlagung? Enteignen statt entlassen!“). Die Verpflichtung gegenüber dem Internationalismus ergibt sich aus unserer Sicht der Welt als Ganzem (vgl. Kapitel 2 und 3 in „Die politische Lage und unsere Aufgaben“). (Die Gezi-Park-Bewegung als Vorbotin zukünftiger Klassenkämpfe (Teil 1) ). Für eine der größten Schwächen der revolutionären Linken in der BRD halten wir die Trennung zwischen „deutschen“, „türkischen“, „kurdischen“ u.a. linken Organisationen, statt sich gemeinsam über alle Nationalitäten hinweg zu organisieren. Selbst ein Teil der „deutschen“ RevolutionärInnen sucht weder den Zusammenhang mit linken MigrantInnen, d.h. zu dem am meisten ausgebeuteten und unterdrückten Teil der ArbeiterInnenklasse, noch findet er ihn (Beispiel „Erklärung“). Um diese Trennung überwinden zu helfen, bedarf es zusätzlicher, besonderer gemeinsamer Schwerpunkte. Ein solcher ist für uns die Solidarität mit der revolutionären Entwicklung in „Rojava“ („Westkurdistan“ – vgl. „Wie in Fatsa, nur viel größer!“), die wir für ähnlich wichtig halten wie seinerzeit die Solidarität mit der sandinistischen Revolution in Nicaragua. Gemeinsame Aktionen der unterschiedlichen linken Parteien, Organisationen und Gruppen für die nächsten praktischen Schritte halten wir für selbstverständlich. Auch einer gemeinsamen Neuen Antikapitalistischen Organisation (NAO) der antikapitalistischen und revolutionären Linken stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber (vgl. http://nao-prozess.de/ ). Ihr Zustandekommen wird allerdings nicht nur von Übereinstimmungen in den politischen Grundfragen abhängen. Ein zentraler Punkt ist für uns die inner-organisatorische Demokratie. Ein demokratisches Innenleben stellt bisher leider auch in linken Organisationen eine Ausnahme dar (vgl. Anmerkung zum Artikel „Werner Wachner *17.7.1961 – +15.5.2013“). Eine zentrale Frage ist, ob es von Anfang an gelingen wird, die Grenzen zwischen revolutionären antikapitalistischen „deutschen“ und „migrantischen“ Organisationen zu überwinden.