WAS TUN bei ThyssenKrupp Steel

 

Ein Vorschlag an Günter Back

Habe ich Günter Back missverstanden, als ich ihm vor der letzten Belegschaftsversammlung eine was tun in die Hand drückte? Sagte er wirklich sinngemäß: „Na, welche Lügen schreibst Du wieder über mich“? Von mir als presserechtlich Verantwortlichen der was tun ein kleiner Hinweis: Wer meint wir lügen, der kann Klage bei Gericht einreichen. Für Meinungsverschiedenheiten bevorzugen wir jedoch einen anderen Weg: Als Mitglied der IG Metall, früherer Betriebsrat bei Babcock, ehemaliger VK-Leiter im damals drittgrößten Metallbetrieb Oberhausens und heutiger Historiker fordere ich Günter Back zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion auf.

Thema: Sozialpartnerschaft oder Klassenkampf? Welche Politik braucht die IG Metall?

Dann könnten wir im DGB-Haus über die Politik der IG Metall im Betrieb und in der Gesellschaft; über Milliardengräber und Lohnverzicht; Managergehälter, Freiflüge und Aufsichtsratstantiemen; Lobbyismus gegen Umweltauflagen zur Erpressung von Belegschaften; Billigabschlüsse in der Tarifrunde; Ausstieg von Thyssen-Krupp aus dem Stahlbereich; die Notwendigkeit der Vergesellschaftung der Stahlindustrie u.a. diskutieren.

Soll die IG Metall die Entscheidungen von Thyssen-Krupp christlich-sozial begleiten oder gibt es eine kämpferische Alternative?

Ich bin gespannt auf seine Antwort.

Peter Berens

 

- Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet -

 

Eine Belegschaftsversammlung ist keine Talkshow

Die Betriebsversammlung vor drei Monaten erinnerte an eine Talkshow. „Statt der klassischen Aussprache gibt es eine Podiumsdiskussion zwischen Betriebsratsspitze und Arbeitgebervertreter“ schreibt die metallzeitung über TKS. Eine „Moderatorin" forderte, sich kürzer zu fassen. Sie meinte nicht Schlenz und Dr. Fischer, sondern uns. Denn: „Die Versammlung soll nicht mehr als zwei Stunden dauern“! Lt. Paragraphen 42-46 des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) ist die Betriebsversammlung nicht die Versammlung des Betriebsrates, des Unternehmers oder der IG Metall – sie ist die Versammlung aller Arbeitnehmer des Betriebes. Unserer Fragen und Beiträge müssen im Mittelpunkt stehen. Wie lange die Betriebsversammlung dauert, darüber entscheiden unsere Beiträge. „Moderatoren“ sieht das BetrVG nicht vor.

 

- Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet -

 

Klein-Griechenland bei ThyssenKrupp - Ein Vergleich

Die deutschen Politiker Merkel, Schäuble und Gabriel sind mächtig stolz auf die Reformen, die sie Griechenland aufgezwungen haben. Nicht weniger stolz verkündete der Vorstand ThyssenKrupp, den Konzern wieder in die Gewinnzone zu führen.

Was sollen das für „Sozialreformen“ sein, die in Griechenland das Staatsvermögen privatisieren, die Mehrwertsteuer erhöhen und die Renten kürzen? Was ist das für eine EU, die die griechische Wirtschaft durch die Verarmung der Lohnabhängigen ankurbeln will? Und was ist das für eine Konzernpolitik, die ThyssenKrupp durch Verzicht auf Lohn und Einfrierung der Betriebsrenten zu sanieren versucht?

Mit dem Sparprogramm für Griechenland werden die Gewinne der Banken bedient. Mit „best in class reloaded“ werden die Profite von ThyssenKrupp gesteigert.

61,3 Prozent der griechischen WählerInnen haben das Kahlschlagprogramm der EU abgelehnt. 251 von 300 Abgeordneten haben es trotzdem gebilligt. Bei ThyssenKrupp Steel sind gefühlte 90 Prozent der KollegInnen gegen die Lohnkürzung. Aber 29 von 39 Betriebsräten stehen dahinter.

Die Syriza-Regierung ist umgefallen und hat sich dem Sparprogramm gebeugt. Tsipras hat im großen Maßstab das Gleiche getan, was IG Metall und Betriebsratsmehrheit im Kleinen 2013 bei ThyssenKrupp vereinbart haben.

Unverständlich ist das Zusammengehen von Syriza mit der rechtskonservativen ANEL-Partei. Bei TKS ist kaum zu begreifen, wie die CDA als Nachhut der Arbeiter führend im Betriebsrat und bei den IGM-Vertrauensleuten sein kann.

Deutschland ist Exportweltmeister – Griechenland wurde niederkonkurriert. Stände die Existenzkrise von ThyssenKrupp beispielhaft für die ganze deutsche Wirtschaft, dann würden sich Merkel, Schäuble und Gabriel nicht scheuen, uns allen das mieseste Sparprogramm aufzuzwingen – so wie heute in Griechenland.

Wer bei ThyssenKrupp auf Lohn verzichten muss, dem stehen die KollegInnen in Griechenland tausendmal näher, als die Hiesingers, Merkels und Gabriels. Die Erkenntnis der gleichen Klassenlage über alle Grenzen hinweg ist der Grundstein der internationalen Solidarität.

Wirkliche Veränderungen können nur von unten kommen, wenn Menschenmassen auf die Straßen gehen. Wo der massive Widerstand in der EU gegen Lohnabbau, Rentenklau, Privatisierung und sozialen Kahlschlag beginnen wird, wissen wir nicht. Wir hoffen auf dem Syntagmaplatz in Athen und vor Tor 1 in Hamborn.

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- Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet -

 

Wahlboykott gegen Wetzel & die CDA 

Neuwahl Betriebsrat ThyssenKrupp Steel

Bei der Wiederholung der Betriebsratswahl bei ThyssenKrupp Steel im Werk Hamborn-Beeckerwerth boykottierten 5.241 KollegInnen die Wahl. Das sind mehr als für die IG Metall gestimmt haben.

Die Neuwahl des Betriebsrats bei TKS zeigt die aktuelle Stimmung der ArbeiterInnen und Angestellten im größten Betrieb des Ruhrgebiets:

br-wahl

Die „Alternative“ vertritt bei den Angestellten die Politik, für die auch die IG Metall steht. Beide bilden im Betriebsrat den sozialpartnerschaftlichen Block. Die Liste 2 ist eine gemäßigte Abspaltung der Interessengemeinschaft 35 Stunden-Woche, deren große Mehrheit mit der Belegschaftsliste eine gemeinsame kämpferische Oppositionsliste gebildet hat.

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Manipulation bekämpfen, Arbeiterinteressen verteidigen!

Für eine gemeinsame, kämpferische Liste!

Wir halten eine gemeinsame Liste aller oppositionellen KollegInnen der bisherigen Liste 2, Liste 5 und Einzelner der Liste 4 für notwendig. Eine gemeinsame Liste muss kämpferisch sein und sie muss gegen Rassismus, Pegida und die AFD sein. Dabei soll jeder seine eigenen Forderungen einbringen. Hiermit stellen wir unsere Vorschläge zur Diskussion.

Vorschläge für eine gemeinsame kämpferische Liste zur Betriebsratswahl:

  • Kampf um jeden Arbeitsplatz,
  • Aufstockung des Personals an den Soll-Arbeitsplätzen,
  • Übernahme der Ausgelernten und Einstellung der LeiharbeiterInnen,
  • Keine Demontage von Tariferrungenschaften durch die 31 Stunden Woche,
  • Rücknahme der Gehalts- und Rentenerhöhungen der Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte,
  • Gleiches Entgelt für gleiche Arbeit,
  • Angleichung der unteren Werklohnstufen bis 19 F 1 an die Tariflohngruppe 9,
  • Volle Abführung der Aufsichtsratstantiemen der „Arbeitnehmervertreter“ an Amnesty International oder Medico International,
  • Kein Co-Management durch den Betriebsrat,
  • Offenlegung der Entgeltabrechnung aller Betriebsräte im intranet,
  • Null-Toleranz gegenüber den Manipulatoren der Betriebsratswahl,
  • Gegen jede rassistische Äußerung Solidarisierung mit den Betroffenen. Bekämpfung des Rassismus durch Überzeugungsarbeit und nicht durch Denunziation bei Vorgesetzten und Personalverwaltung,
  • Austausch mit unseren KollegInnen von ThyssenKrupp AS in Terni über ihren Arbeitskampf und zur Lage des Konzerns.